Dialog mit meinem Gärtner

online Videorecorder

Zusammenfassung:

Ein alternder Maler kehrt während einer Schaffenskrise, angewidert von dem Getue der Pariser Kunstszene, in das zwischenzeitlich leer stehende Haus seiner Jugend zurück. Der ebenfalls stark vernachlässigte Garten des Landhauses soll wieder zu einem echten Gemüse-Garten werden. Für diese Aufgabe engagiert er Léo (Jean-Pierre Darroussin), einen frühpensionierten Schienenleger der Bahn und gleichzeitig früheren Klassenkameraden. Die beiden unterschiedlichen Charaktere lernen voneinander und entdecken neue Sichtweisen auf die kleinen und großen Dinge des Lebens. Tragikkomödie nach dem gleichnamigen Roman („Dialogue avec mon jardinier“) von Henri Cueco (* 1929).

Das Haus auf dem Land

Hélène (Fanny Cottençon) reicht nach fünfundzwanzig Ehejahren mit dem berühmten Pariser Künstler (Daniel Auteuil) die Scheidung ein. Seine ewigen Seitensprünge will sie nicht länger tolerieren. Der Maler gerät dadurch in eine tiefe Schaffenskrise und verlässt daraufhin Paris. Er zieht kurz entschlossen in das inzwischen arg verwahrloste Landhaus, in dem er aufwuchs. Erinnerungen an seine Eltern, die im nahen Dorf eine Apotheke betrieben werden wach. Der Maler besuchte damals gegen den Willen seines Vaters nach dem Abitur eine Kunstakademie und begann seine Künstlerkarriere. Erst nach dem Tod beider Eltern, entdeckte er von seinem Vater heimlich gemalte wunderbare Aquarelle. Der Maler erkannte, dass auch sein Vater lieber Künstler geworden wäre. Er die Renovierung des Hauses in Auftrag und sucht per Inserat nach einem Gärtner. Die früheren Gemüsebeete seiner Mutter sollen ebenso wie das Haus wieder kultiviert werden. Geld hat er genug, die Kosten spielen keine Rolle.

Der Gärtner

Zu seiner großen Überraschung meldet sich sein früherer Schulfreund Léo (Jean-Pierre Darroussin), zwischenzeitlich frühpensionierter Schienenleger der Eisenbahn für die Gärtnerarbeiten bei ihm. Der Unterschied zwischen den beiden Männern kann nicht größer sein. Der Gärtner führt ein unauffälliges, konservatives Leben das keinerlei Gemeinsamkeiten mit dem Leben des Malers in der übersteigerten und intellektuellen Pariser Künstlerwelt aufweist. Der Gärtner ist mit seinem einfachen Leben zufrieden, der Maler hingegen zweifelt an sich und seiner Kunst und kann sich nicht mit der Trennung von seiner Frau abfinden.

Der Gärtner Léo wohnt noch am Ort seiner Kindheit und ist seit siebenundzwanzig Jahren mit seiner Frau (Hiam Abbass) verheiratet. Sein bodenständigen Landleben verlässt er nur um einmal im Jahr mit seinen Feuerwehr-Kameraden einen Ausflug zu unternehmen oder um mit seiner Frau zwei Wochen Urlaub zu machen. Auch hier bevorzugt er immer das gleiche Urlaubsziel: Nizza. Seine Rente reicht ihm leider nicht aus und so verdient sich Léo durch Gelegenheitsarbeiten etwas dazu. Der Maler engagiert ihn für einige Tage die Woche für die anstehenden Arbeiten im Garten.

Eine Freundschaft

Während die beiden unterschiedlichen Männer ihre alten Erinnerungen auffrischen entwickelt sich allmählich eine enge Freundschaft zwischen dem intellektuellen Maler und dem Gärtner aus Leidenschaft. Zwischen den Versuchen seiner Frau die Scheidung auszureden, Vernissagen, zufälligen Zusammentreffen mit früheren Geliebten und Familien diversen anderen Familiendramen steuert die Geschichte auf ihr tragisches Ende zu.

Léo, der Gärtner, bricht bei seiner Arbeit plötzlich zusammen. Sein Freund der Maler fährt ihn nach Paris und lässt ihn dort auf seine Kosten von Spezialisten im Krankenhaus gründlich untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse besagen, dass es sich um Krebs im Endstadium handelt. Eine Notoperation wird aufgrund der Aussichtslosigkeit, Léo zu heilen, abgebrochen.

Ein letztes Mal rudern die Freunde zum Angeln auf den nahen See hinaus. Es gelingt Léo, einen schweren Karpfen zu angeln, den er angeblich bereits zum dritten Mal an der Angel habe, sagt er. Vorsichtig befreit er den Fisch vom Haken und lässt ihn wieder ins Wasser zurückgleiten. Dass es kein nächstes Mal geben wird, weiß er. Kurz darauf entdeckt der Maler den Gärtner sterbend im Schrebergarten liegend. Zwischen den Gemüsebeeten liegend hört Léo im Kofferradio Musik. Der Maler erklärt ihm, dass er Musik von Mozart hört.

Als der Maler einige Monate später seine neuen Werke in Paris ausstellt merkt er, dass er durch den Gärtner einen neuen Stil gefunden hat und ist wieder voller Schaffensdrang. Er malt aktuell scheinbar unbedeutende Dinge aus dem Alltag für die ihm erst sein Freund der Gärtner die Augen geöffnet hat.

Kurzkritik:

Zurückhaltend und unprätentiös in ruhigen Einstellungen und leisen Töne konzentriert sich der Film ganz auf die beiden liebenswürdigen Hauptfiguren. Überzeugend dargestellt von Daniel Auteuil und Jean-Pierre Darroussin. „Dialog mit meinem Gärtner“ ist keine Minute langweilig, obwohl soviel geredet wird.